Was passiert, wenn Reparieren, Teilen und Begegnen einen festen Ort im Alltag bekommen?
Unser erster Wirkungsbericht gibt darauf eine erste Antwort. Von Oktober 2024 bis September 2025 haben wir mit unserem Pilotstandort in der Gropiusstadt gezeigt, dass Kreislaufwirtschaft funktioniert – wenn sie niedrigschwellig, sichtbar und gemeinschaftlich organisiert ist. Der vollständige Bericht ist hier einsehbar:
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
571 Reparaturen in sechs Monaten
124 Ausleihen
über 200 Mitglieder
rund 90.000 € vermiedene Neukäufe
ca. 46 Tonnen CO₂e eingespart
Diese Zahlen stehen nicht nur für ökologische Wirkung, sondern für konkrete Alltagserleichterung: weniger Müll, geringere Ausgaben, mehr Selbstwirksamkeit.
Sozialer Impact: Ein Dritter Ort im Kiez
Der Kreisler ist mehr als eine Werkstatt. Für viele Menschen – besonders ältere Nachbar:innen – ist er zu einem regelmäßigen Treffpunkt geworden. Geräte mit emotionalem Wert wurden gerettet. Jugendliche nutzten die Werkstatt für erste technische Erfahrungen. Menschen reparierten zum ersten Mal selbst ein Gerät und gewannen Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Reparieren wurde wieder normal.
Ökologischer Impact: Verlängern statt Wegwerfen
Jede Reparatur verlängert Produktlebensdauer. Jede Ausleihe ersetzt einen Neukauf. Besonders bei Elektrogeräten bedeutet das: vermiedene Produktion, vermiedener Transport, vermiedene Entsorgung. Die berechneten 46 Tonnen CO₂e Einsparung zeigen, welches Potenzial in alltagstauglicher Infrastruktur steckt
Was wir gelernt haben
Das erste Jahr war bewusst eine Lernphase. Drei zentrale Erkenntnisse:
Reparatur ist situativ. Klassische Workshops wurden weniger angenommen. Lernen funktioniert besser im konkreten Reparaturmoment.
Ehrenamt allein reicht nicht. Wir brauchen eine Kombination aus Engagement und professioneller Struktur. 2026 starten wir deshalb eine Reparaturakademie.
Wirkung braucht stabile Finanzierung. Spenden schwanken stark. Das solidarische Mitgliedschaftssystem wird weiter ausgebaut, um langfristige Tragfähigkeit zu sichern.
Der Kreisler funktioniert als Dritter Ort. Damit er dauerhaft funktioniert, braucht er robuste Strukturen.
Unser Ziel bleibt klar: Ein Kreisler in jedem Kiez.